24. Oktober 2008
Vergangene Woche berichteten wir über eine Bitkom-Studie, laut der sich unter den beliebtesten Nachrichtenportalen zahlreiche etablierte Marken aus der Print- oder Fernsehwelt befinden. Eine Studie von OC&C Strategy Consultants zeigt nun: Online hinkt Print weiterhin deutlich hinterher, nur wenigen gelingt die Transformation der bewährten Marken in die digitale Welt. Die Verlage und Fernsehsender erreichen trotz verstärkter Investitionen in die Online-Angebote nur einen Bruchteil ihres Offline-Publikums. Vielen fehle eine konsequente Strategie und Exzellenz in der Umsetzung, so die Studienautoren. Einzig „Der Spiegel“ könne eine annähernde Parität zwischen seinem Online- und Print-Angebot erzielen.
Langfristig werde sich nach Ansicht der OC&C Strategy Consultants die Online-Nutzung der Medien aber sicher behaupten. Erfolgreiche Online-Angebote zeichneten sich insbesondere durch zwei Faktoren aus: Eine klare Positionierung – passend zu Zielgruppe und Marke – sowie die intelligente Vernetzung des Angebotes mit anderen Websites im Portfolio. Dabei sei die handwerkliche Optimierung von Content, Navigation und Auffindbarkeit wichtig.
„Zeitungen müssen so experimentierfreudig wie möglich sein, wenn es darum geht, die eigene Zukunft im Internet zu sichern”, erklärte Caroline Little, ehemalige Geschäftsführerin des Online-Arms der US-Zeitung Washington Post auf der gerade in Amsterdam statt gefundenen World Association of Newspapers Digital Publishing Conference. Problematisch sei zudem, dass die Einkünfte, die Zeitungen mit ihrem Online-Angebot erwirtschaften, im Vergleich zu ihren Print-Pendants noch zu gering ausfielen. Bei der New York Times und der Washington Post, die beide zu den Top-Verdienern der Branche im Internet gehören, liege das Verhältnis der Online- zu den Print-Umsätzen unter 20 Prozent, kritisierte Little.