28. November 2008
Wir führen diese Diskussion häufig bei der Produktion unserer Web-Videos. Wie lange sollte der Beitrag sein? Seit Jahren vertreten wir die gleiche Ansicht für alle webbasierten Medien: Je kürzer, desto besser. Die Aufmerksamkeitsspanne ist im Netz unserer Ansicht nach extrem kurz und schwer mit Offline-Medien vergleichbar.
Bestätigung erhalten wir (dank Klaus Eck) jetzt durch eine aktuelle Studie von TubeMogul. Danach gönnt der durchschnittliche Web-Videozuschauer einem Beitrag weniger als eine Minute seiner Aufmerksamkeit.

Die Mehrheit entscheidet zudem innerhalb von lediglich zehn Sekunden, ob sie sich lieber einer Alternative widmet – und eine Länge über fünf Minuten erreicht kaum noch Zuschauer.
Wasser auf unseren Mühlen …
Das ein Webvideo kurz sein muss ist Quatsch es muss nur gut sein und für den Betrachter interessant. Das meiste auf YouTube ist Schrott und deshalb klickt man weiter. Der Kauf einer Kamera mach noch keinen Filmemacher, genauso wenig wie der Kauf eines Blutdruckmessers einen zum Arzt macht. Nur die grenzenlose Selbstüberschätzung der Webfilmautoren sucht die Schuld der mangelnden Aufmerksamkeit in der Länge des Werks.
Hallo Herr Bernhard,
natürlich ist unser Titel überspitzt formuliert. Sicher hängt die Länge auch mit der Machart zusammen, aber was ist wirklich “gut gemacht”? Das liegt sicher im Auge des Betrachters und viele Machwerke geraten oft zu lang. Schließlich soll der Köder dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.
Unserer Erfahrung nach nehmen sich Surfer objektiv mehr Zeit zum Lesen, als zum Hören oder Anschauen. Vielleicht haben Sie selbst das auch schon beobachtet: Subjektiv erscheint die Betrachtungszeit eines Films rund drei mal so lang, wie die Zeit, die Sie sich zum Lesen eines Texts nehmen.