Der Kurznachrichtendienst Twitter ist unschlagbar, wenn es darum geht Informationen schnell und ungefiltert zu verbreiten. Für die Unternehmenskommunikation bietet er sich folglich als Kanal mit der höchsten Verbreitungsgeschwindigkeit an, der die Zielgruppe wie kein anderer direkt erreicht. Aber nicht nur aufgrund seiner Beschränkung auf 140 Zeichen gibt es ein paar Dinge zu beachten. Wir haben aus unserer jahrelangen Erfahrung in der Betreuung von Corporate Twitter Channels zehn Tipps zusammengestellt:

1. Ziele festlegen
Bevor Sie sich in das Twittervergnügen stürzen, sollten Sie sich unbedingt Gedanken darüber machen, was Sie mit diesem Kanal erreichen wollen, außer die Besucherzahlen auf der eigenen Website zu erhöhen: Welche Zielgruppe soll damit erreicht werden? Welche Inhalte können Sie dieser bieten – und viel wichtiger: Was interessiert diese? Twittern Sie auf Deutsch oder wollen Sie internationale Follower informieren? Wie können Sie den Twitterkanal am effektivsten in Ihren Marketing-Mix einbinden? Wenn Sie die Fragen für sich beantwortet haben, erläutern Sie in Ihrer Kurzbeschreibung bei Twitter, was Ihre Follower von Ihnen hier erwarten können.

2. Gute Namenswahl
Bei der Wahl des Namens für den Twitterkanal sollte die Assoziation zu Ihrer Firma klar sein. Bei der Länge sind Sie auf 15 Zeichen beschränkt, wobei hier gilt: umso kürzer, desto besser. Denn wenn Ihre Tweets von anderen Nutzern retweetet werden, wird zu Beginn Ihr Name eingefügt und das geht von der Gesamtlänge (140 Zeichen) ab. Zulässig sind bei Twitternamen neben Buchstaben, Zahlen und der Unterstrich.

3. Wer twittert
Um Ihre Ziele zu erreichen, kann es sinnvoll sein, dass Sie als Unternehmen bei Twitter auftreten. Vielleicht wollen Sie aber eher einen Experten in Ihrem Unternehmen zu bestimmten Themen positionieren oder eine Abteilung? Das sollten Sie bei der Namenswahl, Kurzbeschreibung und Profilbild berücksichtigen. Unterschätzen Sie die Wirkung nicht, denn Twitter kann ein durchaus mächtiges Kommunikationsmedium sein, das nicht in die Hände von Praktikanten gehört – oder lassen Sie diese auch Presseanfragen selbständig beantworten?

Die andere Seite ist die praktische Umsetzung: Wer darf in Ihrem Unternehmen Tweets verfassen und posten beziehungsweise sollte diese freigeben? Und wie gehen Sie mit Mitarbeitern um, die unter eigenem Namen über Ihr Unternehmen twittern wollen? Hier sollten Sie Abläufe und Regeln festlegen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

4. Richtig Texten
Das ist die schwerste Disziplin: Ihre Tweets sollten zur Beschreibung Ihres Kanals passen, selbstverständlich auch zu Ihrem sonstigen Kommunikationsstil – auch wenn es in Social Networks üblicherweise etwas legerer zugeht. Dann sollte der Tweet informativ auf den Punkt formuliert sein, neugierig machen und zum Retweet einladen. Erfüllt er keine dieser Empfehlungen, ist der Kampf um die Aufmerksamkeit der Follower sehr schnell verloren.

5. Mehrwert bieten
Retweets können für einen Schneeballeffekt sorgen, neue Follower akquirieren und Ihre Reichweite schlagartig erhöhen. Ein Retweet ist gleichzeitig eine Empfehlung eines Followers und dafür müssen Sie etwas tun: Bieten Sie einen Mehrwert wie wichtige (und vielleicht exklusive) Informationen, seien Sie unterhaltsam oder liefern Sie Vorabnachrichten, die über Twitter als erstes verfügbar sind. Weisen Sie nicht nur auf unternehmenseigene Neuigkeiten hin, sondern auch auf interessante Artikel, Studien, Veröffentlichungen, die Ihre Zielgruppe interessieren. Es versteht sich von selbst, dass Ihre Tweets Links zu weiterführenden Informationen enthalten, optimalerweise zu Ihrer eigenen Webseite.

6. Platz für den Retweet
Bei der Namenswahl haben wir es schon kurz erwähnt: Der Platz für einen Retweet sollte bereits beim Texten des Tweets berücksichtigt werden. Eine Länge von 100 Zeichen für den eigentlichen Text ist gut, sofern Sie noch Platz für den weiterführenden Link benötigen. Verzichten Sie auf diesen, sind auch 120 Zeichen ok. Und Retweets Ihrerseits gehören selbstverständlich auch dazu: Teilen Sie mit Ihren Followern relevante News anderer Experten oder Medien.

7. Hashtags verwenden
Hashtags verschlagworten den Tweet. Sie laden die Leser ein, das für sie interessante Thema weiter zu verfolgen. Untersuchungen zeigen, dass Tweets mit Hashtags zu einem höheren Engagement führen. Allerdings sollte man es auch nicht übertreiben: Ein bis zwei Hashtags pro Tweet sind völlig ausreichend.

8. Dialogbereit sein
Social Media bedeutet Vernetzung und Austausch. Obwohl Twitter keine explizite Kommentarfunktion bietet, ist es für den Dialog konzipiert – und wird dafür auch genutzt. Sie sollten deshalb dazu bereit sein, auf Kommentare von Followern zu reagieren und das in angemessener Zeit. Das setzt natürlich voraus, dass es Mitarbeiter gibt, die den Kanal und die Twittergemeinde beobachten. Die „Beobachter“ sollten in der Lage sein, angemessene Antworten einzuholen oder direkt selbst zu geben. Definierte Zuständigkeiten und Abläufe helfen dabei, zeitnah auf Feedback zu reagieren.

9. Folgen und gefolgt werden
Trends erkennen, von anderen lernen und Reichweite aufbauen – alle drei Ziele erreichen Sie gleichzeitig, wenn Sie den richtigen Leuten folgen. Gerade am Anfang sollten Sie sich Zeit nehmen, um Ihren Partnern, Kunden, für Ihre Themen relevanten Medien und Experten zu folgen. Nutzen Sie den Follow Friday (#FF) um Empfehlung auszusprechen und zu erhalten. Wichtig, aber oft keine Selbstverständlichkeit, ist, dass Sie den Hinweis auf den Twitterkanal in Ihre anderen Kommunikationskanäle integrieren sollten, etwa auf Ihrer Website, in Broschüren und Artikeln sowie in Ihrem E-Mail-Footer.

10. Präsenz zeigen
Um Aufmerksamkeit zu erreichen, ist natürlich Präsenz wichtig, sprich ein einzelner Tweet geht schnell im großen Nachrichtenstrom unter. Deshalb twittern Sie optimalerweise mehrmals täglich. Und auch auf die Uhrzeit kommt es an: Viele nutzen Twitter auf dem Weg ins Büro oder nach Hause und in den Pausen; zu diesen Zeiten haben Sie eine deutlich bessere Click-Through-Rate (CTR).

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