oder: Wie ein Shooting optimal funktioniert

von Henning Granitza

Sie brauchen authentische Fotos für Ihr Unternehmen – von Mitarbeitern, Produkten, Events oder schnell ein Symbolfoto für den Geschäftsbericht. Mit einer optimalen Planung schonen Sie Ihre Ressourcen – und Ihre Nerven. Denn Unternehmen gehen oft relativ unvorbereitet in ein Shooting, und dann geraten Mitarbeiter in Stress oder das Ergebnis wird völlig anders als erwartet.

Der richtige Fotograf für Ihr Unternehmen

Welcher Fotograf der passende für ein Unternehmen ist, hängt von vielen Faktoren ab. Generell sollten Sie einen Fotografen wählen, der perfekt zu Ihrem jeweiligen Projekt passt. Sonst werden die Fotos schnell beliebig. Jemand, der eindrucksvolle künstlerische oder kreative Studioportraits macht, muss nicht unbedingt ein qualifizierter Fotograf für Ihre Benefiz-Gala sein. Achten Sie auf das passende Portfolio, auf eine Spezialisierung. Gute Fotografen konzentrieren sich meist auf einen oder wenige Teilbereiche innerhalb der Fotografie. Das ist schon mal eine gute Basis für Ihr Projekt. Wichtig ist: Sie müssen selbst eine klare Vorstellung davon haben, wohin die Reise gehen soll (wer, was, wie viel, wofür/für wen, wann und bis wann …).

Wo Sie ihn finden

Der Idealfall ist sicher die Empfehlung – Sie haben eventuell Geschäftspartner oder aber Mitarbeiter, die einen zuverlässigen Tipp parat haben. Von denen erfahren Sie aus erster Hand, warum sie zufrieden waren. Ansonsten gibt es im Internet zahlreiche Fotografenportale oder Fotografenagenturen und -vertretungen.

Das Bild – der Stil

Werfen Sie einen genaueren Blick auf das Portfolio und beurteilen Sie den Bildstil. Spricht der Sie an, passt er zu Ihrem Unternehmen (klassisch, modern, innovativ …) und zu Ihrem geplanten Projekt?

In Produktionen werden Fotografen nach ihrem Stil und ihrem Portfolio ausgewählt – nicht umgekehrt. Es macht keinen Sinn, einem Fotografen einen anderen Stil aufzudrücken oder ihn um einen anderen Look zu bitten.

Der Mensch – der Stil

Und wie ist das mit der Sympathie? Ganz klar, Sie suchen kein neues Teammitglied. Dennoch ist es wichtig, dass die Chemie zwischen Ihnen und dem Fotografen stimmt: Wirkt er sympathisch, authentisch, zuverlässig …?

Es gibt Fotografen, die werden gebucht – nicht weil sie die „besten Fotografen“ auf dem Planeten sind. Entscheidend ist, dass sie ihren Job professionell erledigen (zuverlässig, termingerecht, reibungslos) und es zudem sehr viel Spaß macht, mit ihnen zu arbeiten.

Sie haben keine Freude am besten Fotografen der Stadt, wenn er schroff, unkommunikativ oder immer zu spät ist. Gerade wenn Menschen fotografiert werden, müssen die sich mit dem Fotografen wohlfühlen, sonst bekommen Sie keine guten Fotos. Machen Sie sich ein Bild bei einem kurzen Treffen – persönlich, nicht nur am Telefon.

Honorar, Preis/Leistung & Verhandlung

So wie Ihr Unternehmen seine Preise kalkuliert und sich positioniert, hat auch der Fotograf seinen Preis und seinen Wert – und das in der Regel nicht willkürlich.

Es geht um eine Dienstleistung und nicht um ein Produkt (ob ich ein und dasselbe Fahrzeug günstiger oder teurer erhalte, ändert nichts an dessen Qualität) – hier geht es um Dinge wie Motivation, Engagement, Know-how, Wertschätzung … Diese Gesichtspunkte sollten Sie bei einer möglichen Verhandlung bedenken. Und Ihr Projekt ist natürlich einen engagierten Fotografen wert: Achten Sie deshalb darauf, ob der Fotograf weitere Fragen stellt, nachhakt, am Projekt interessiert wirkt, sinnvolle Vorschläge macht oder im Vorfeld hilfreiche Tipps gibt.

Briefing

Am Briefing sollten alle Entscheider teilnehmen (Geschäftsführer, Marketing, PR-Mitarbeiter, Agentur, Fotograf). Worum es gehen kann:

Wie sieht Ihre Zielsetzung für die Fotos aus (Verwendungsart, Zielgruppe, Look …)? Welche Zeitvorgaben sind zu berücksichtigen? Gibt es besondere technische Anforderungen und sind alle Beteiligten bestens informiert (bei Events zum Beispiel weitere Dienstleister) …? Alles, was hier besprochen und abschließend geklärt werden kann, erspart allen später Zeit und Kosten.

Seien Sie so konkret wie möglich! Wenn es um Mitarbeiter-Fotos geht: Informieren Sie die Kollegen in einem separaten Meeting oder einer Rundmail über alle relevanten Details (Uhrzeit, Dauer, Kleidung, Ablauf etc.). Oft erhalten Sie dazu auch ein Handout vom Fotografen.

Planung & Kommunikation

Nach dem Briefing geht es weiter: Achten Sie darauf, dass Sie idealerweise alle besprochenen Punkte einhalten und so auch umsetzen. Kommt es zu Änderungen, informieren Sie den Fotografen zeitnah darüber – das kann eine Änderung in der Timeline eines Events sein, zusätzliche Mitarbeiter, die fotografiert werden müssen, oder Ähnliches. Das erleichtert für alle Seiten einen reibungslosen Ablauf und spart letztlich wieder Zeit, Nerven und möglicherweise auch Kosten.

Checklisten können hier helfen: Sind die Mitarbeiter/Kollegen gebrieft? Sind die Geschäftsräume oder Büros bei Innenaufnahmen aufgeräumt und sauber? Ist die Visagistin organisiert und haben externe Dienstleister den Zeitplan bestätigt …?

Lieber schriftlich

Oft ist es sinnvoll, Absprachen schriftlich per Mail zu fixieren, um jederzeit darauf zugreifen zu können. Und: Wenn Sie den Fotografen nicht persönlich erreichen, hinterlassen Sie eine Nachricht – auf der Mailbox oder per E-Mail. Die meisten Fotografen sind ständig unterwegs, ein Anruf-Bombardement bringt da wenig. Sollte Ihr Fotograf tatsächlich nahezu nie erreichbar sein oder sich nicht zurückmelden, erinnern Sie ihn an getroffene Absprachen.

Generell ist es empfehlenswert, einen Vertrag abzuschließen – gerade dann, wenn Sie zum ersten Mal zusammenarbeiten. Auf professioneller Ebene – auch bei privaten Shootings – ist das selbstverständlich. Halten Sie alle Details fest, berücksichtigen Sie auch das Nutzungsrecht für die Fotos (wofür, wie lange etc. – auch die Extranutzung für Social-Media-Kanäle wie Facebook, Twitter und Co.).

Gute Vorbereitung ist also sozusagen das halbe Shooting: Von der Auswahl des Fotografen bis zum Vertrag machen Sie so den Weg frei für tolle Bilder – und einen entspannten Termin.

Foto © ozgurdonmaz | iStockphoto.com